Indische Kleider


Indische Kleider sind oft sehr farbenfroh sowie teils mit Brokat-Applikationen und Pailletten versehen. Ganz typisch indische Kleider sind die sogenannten Saris, die in fast allen ländlichen wie auch städtischen Regionen von Frauen sämtlicher Klassen und Religionen getragen werden. Kein anderes gewickeltes Kleidungsstück in der Welt der Mode wurde hinsichtlich der Art, wie es angelegt wird, so weit entwickelt. Es gibt über 100 verschiedene Wickelmethoden bezüglich dieser Mode. Der Sari besteht in der Mode aus einer langen ungenähten Stoffbahn, die so um den Körper einer Frau gewickelt wird, dass sowohl der untere Körperbereich als auch Oberkörper und Kopf davon bedeckt werden. Die Länge des Saris variiert zwischen 2 und 8 m, die Breite zwischen 0,6 und 1,2 m. Saris werden in einer verblüffenden Bandbreite unterschiedlicher Webarten, Farben und Metallfäden produziert.

Indische Kleider

Obwohl moderne Saris kaum noch über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste Auskunft geben, kann die Anlegeart immer noch auf die regionale Herkunft hinweisen. Im südlichen Bundesstaat Tamil Nadu wird der Sari zum Beispiel nach der pinkosu ("Rückenfalten") genannten Methode angelegt, bei der fächerartige Falten entstehen. Im nordwestlichen Bundesstaat Gujarat wird der Sari ganz anders als im östlichen West Bengal angelegt, wobei, wenn der Sari nach der traditionellen Methode getragen wird, nur ein kurzes Stoffstück übrig bleibt, das über die Schulter geschlagen werden kann. Obwohl dort der klassische rot-weiße Sari auch weiterhin von jüngeren Frauen getragen wird, legen sie ihn heute jedoch eher nach der modernen nivi-Methode an, wie er ortsunabhängig in allen urbanen Zentren getragen wird. Heute werden fast alle Saris über zwei undurchsichtigen Kleidungsstücken getragen: dem choli, einer kurzen, eng geschnittenen Bluse, welche die Brust und in der Regel die Oberarme und den oberen Rücken bedeckt, sowie einem Unterrock.

Auch in deutschen Großstädten wie Hamburg oder Frankfurt kann man manchmal weibliche Migrantinnen, in indische Kleider gehüllt, zu Gesicht bekommen.